Drei Welten, eine Reise: die große Antarktis-Expedition mit Falkland und Südgeorgien
Die lange Antarktis-Route ab Ushuaia verbindet drei Welten in einer Reise: Falklandinseln, Südgeorgien und die Antarktische Halbinsel. Warum sie als die eigentliche Antarktis-Expedition gilt, was die Monate Oktober bis März unterscheidet un...
Wer sich einmal mit der Antarktis beschäftigt, stößt schnell auf eine Entscheidung: die kurze Halbinsel-Reise oder die große Runde über den Südatlantik. Die klassische Antarktis-Kreuzfahrt führt in zehn bis elf Tagen über die Drake-Passage zur Antarktischen Halbinsel und zurück – grandios, aber ein Ausschnitt. Die lange Route von rund 19 bis 21 Tagen ab Ushuaia nimmt zwei weitere Welten dazu: die Falklandinseln und Südgeorgien. Sie verbindet drei völlig verschiedene Ökosysteme, die geballte Geschichte des Walfangs und der Antarktis-Entdeckung und die größten Tierversammlungen unseres Planeten. Sie ist kein Ausflug, sondern eine Expedition.
Die Schiffe – kleine, eisverstärkte Expeditionsschiffe mit meist unter 200 Passagieren – laufen von Ushuaia aus, gelegentlich von Puerto Madryn. Von dort geht es nach Osten zu den Falklandinseln, weiter durch die Scotia-See nach Südgeorgien und schließlich nach Süden zur Antarktischen Halbinsel, oft mit Abstecher zum Weddellmeer oder zu den Süd-Orkney-Inseln. Zwischen den Landgebieten liegen lange Seetage – und die gehören zum Erlebnis dazu.
Erste Welt: die Falklandinseln
Die Falklandinseln sind ein Archipel aus zwei Hauptinseln und rund 780 kleineren Eilanden, gut 400 Seemeilen vor der südamerikanischen Küste. Sie sind noch nicht Antarktis, sondern subantarktisch: windgepeitschtes, grünes Tussock-Grasland, dramatische Klippen, geschützte Sandbuchten – ein sanfter Einstieg in die Tierwelt des Südens, bevor das Eis beginnt. Typische Anlandeplätze sind New Island, Carcass Island, Saunders Island und Steeple Jason sowie die kleine Hauptstadt Stanley. Steeple Jason beherbergt die größte Schwarzbrauenalbatros-Kolonie der Welt.
Tierwelt: Felsenpinguine mit gelben Federbüscheln, Schwarzbrauenalbatrosse dicht am Nest, Esels- und Magellanpinguine, der seltene Falkland-Karakara sowie Commerson-Delfine in den Buchten.
Zweite Welt: Südgeorgien – das Herzstück
Wenn die Reise ein Zentrum hat, dann hier. Südgeorgien wird zu Recht als „Serengeti des Südpolarmeeres" beschrieben: An kaum einem Ort der Erde drängt sich so viel Leben auf so engem Raum. Die Königspinguin-Kolonien von St. Andrews Bay, Salisbury Plain und Gold Harbour zählen jeweils Hunderttausende Vögel. Dazwischen liegen Antarktische Seebären (über 95 % der Weltpopulation brüten hier) und tonnenschwere Südliche See-Elefanten. Auf der vorgelagerten Prion Island nistet – in ausgewählten Wochen zugänglich – der Wanderalbatros mit der größten Flügelspannweite aller Vögel.
Auf Shackletons Spuren
Kaum eine Route verbindet die berühmteste Überlebensgeschichte der Polargeschichte so vollständig wie diese. 1916 strandete Ernest Shackletons Mannschaft nach dem Verlust der Endurance im Packeis auf Elephant Island – am kargen Point Wild, den viele lange Touren passieren. Von dort segelte Shackleton mit fünf Männern im offenen Rettungsboot 1.300 Kilometer über die stürmische Scotia-See nach Südgeorgien, überquerte zu Fuß das unkartierte Inselgebirge und erreichte die Walfangstation Stromness. Seine ganze Mannschaft überlebte. Wer diese Reise fährt, sieht die Schauplätze in ihrer echten Reihenfolge.
Dritte Welt: die Antarktische Halbinsel
Südlich der Scotia-See beginnt der weiße Kontinent selbst: kalbende Gletscher, gestrandete Tafeleisberge aus dem Weddellmeer, spiegelglatte Buchten. Klassische Anlandeplätze:
- Neko Harbour und Paradise/Cierva Cove – Anlandung auf dem Festland, Gletscherkulisse
- Danco Island, Cuverville, Orne Harbour, Portal Point – Pinguinkolonien und Aussichtsanstiege
- Brown Bluff, Gourdin Island, Devil Island am Rand des Weddellmeeres – Adélie- und Zügelpinguine, Tafeleisberge
- Deception Island – die überflutete Caldera eines aktiven Vulkans
- Half Moon, Mikkelsen Harbour, Yalour- und Pleneau-Inseln, Lemaire-Kanal – weiter südlich, wenn das Eis es zulässt
Tierwelt: Esels-, Zügel- und Adéliepinguine; Buckel-, Zwerg- und Finnwale, im Spätsommer regelmäßig Orcas; Weddell-, Krabbenfresser- und Seeleoparden.
Die Monate im Vergleich – jede Phase hat ihr Gesicht
Die antarktische Reisesaison reicht von Oktober bis März. Weil das Leben im Süden einem strengen Jahresrhythmus folgt, ist jeder Monat eine andere Reise.
Oktober / November – Frühsaison
Unberührte Landschaft, tiefer frischer Schnee, das Weddellmeer am ehesten erreichbar. Auf Südgeorgien läuft die Brutzeit der See-Elefanten: gewaltige Bullen, erste Junge am Strand. Königspinguine tragen noch ihre braunen Vorjahresküken. Wale sind noch selten. Die abenteuerlichste, „polarste" Phase – einzelne Anlandeplätze können durch Eis blockiert sein.
Dezember – Frühsommer
Bis zu 20 Stunden Helligkeit, mildere Bedingungen. Pinguine legen Eier; auf Südgeorgien etablieren die Seebären ihre Reviere, erste Welpen kommen zur Welt. Die Falklandinseln stehen in vollem Grün. Der beste Kompromiss aus Schnee, Licht und Zugänglichkeit.
Weihnachten / Januar – Hochsommer
Jetzt schlüpfen die Pinguinküken massenhaft. Die Seebärenwelpen sind zahlreich und verspielt. Wärmste, hellste Zeit mit fast durchgehendem Tageslicht; die Königspinguin-Kolonien stehen auf ihrem Höhepunkt, die Zahl der Wale steigt.
Februar / März – Spätsommer
Die Küken sind groß, stehen in „Kindergärten" zusammen und mausern; die Kolonien sind pralles, lautes Leben. Es ist die beste Walzeit: Buckelwale in großer Zahl, oft beim gemeinschaftlichen Bubble-net-Feeding, dazu Finn-, Zwergwale und Orcas. Das Eis ist zurückgewichen – Schiffe dringen am weitesten nach Süden vor (Polarkreis, Yalour- und Pleneau-Inseln).
Warum die lange Tour so besonders ist
- Drei Ökosysteme statt einem: subantarktische Inseln, das Wildtier-Superlativ Südgeorgien und der Eiskontinent – jeweils mit eigener Tierwelt und Farbe.
- Die größten Tierversammlungen der Erde: Königspinguin-Kolonien in sechsstelliger Größe, Millionen Seebären, See-Elefanten, Albatrosse.
- Geschichte zum Anfassen: Walfangstationen und die vollständige Shackleton-Route von Elephant Island bis zum Grab in Grytviken.
- Die Seetage gehören dazu: stundenlang gleitende Albatrosse, Vorträge des Expeditionsteams, das langsame Ankommen im Süden.
- Echter Expeditionscharakter: Kein Tag ist garantiert. Wetter, Eis und Tierwelt bestimmen den Plan – kleine Schiffe, Anlandung per Zodiac, striktes Naturschutz-Reglement (IAATO).
Die Überfahrten führen über die Drake-Passage bzw. die offene Scotia-See – zwei See-Tage, die ruhig oder rau ausfallen können. Angelandet wird mit Zodiacs, oft zweimal täglich, wetterabhängig. Nach den IAATO-Regeln dürfen nur kleine Schiffe überhaupt landen (max. 100 Gäste gleichzeitig an Land).
Reisezeit-Kurzrat: Schnee & See-Elefanten → Okt/Nov · ausgewogen mit Küken & Licht → Dez/Jan · Wale & weiteste Südfahrt → Feb/März.
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Die große Antarktis-Expedition – die häufigsten Fragen
Wie lange dauert eine Antarktis-Expedition mit Falkland und Südgeorgien?
Rund 19 bis 21 Tage ab Ushuaia. Die klassische kurze Route zur Antarktischen Halbinsel dauert dagegen zehn bis elf Tage. Die lange Route nimmt die Falklandinseln und Südgeorgien dazu und verbindet damit drei völlig verschiedene Ökosysteme.
Wann ist die beste Reisezeit für die Antarktis?
Die Saison reicht von Oktober bis März, und jeder Monat ist eine andere Reise. Oktober und November bringen unberührte Landschaft, tiefen Schnee und die beste Chance aufs Weddellmeer, aber wenige Wale. Der Dezember bietet bis zu 20 Stunden Helligkeit und den besten Kompromiss aus Schnee, Licht und Zugänglichkeit. Im Hochsommer um Weihnachten und Januar schlüpfen die Pinguinküken massenhaft. Februar und März sind die beste Walzeit, und die Schiffe dringen am weitesten nach Süden vor.
Wann sieht man in der Antarktis die meisten Wale?
Im Spätsommer, also Februar und März. Dann sind Buckelwale in großer Zahl unterwegs, oft beim gemeinschaftlichen Bubble-net-Feeding, dazu Finn- und Zwergwale sowie Orcas. In der Frühsaison im Oktober und November sind Wale dagegen noch selten.
Was macht Südgeorgien so besonders?
Die Dichte des Lebens. Südgeorgien gilt als Serengeti des Südpolarmeeres: Die Königspinguin-Kolonien von St. Andrews Bay, Salisbury Plain und Gold Harbour zählen jeweils Hunderttausende Vögel. Über 95 Prozent der Weltpopulation der Antarktischen Seebären brüten hier, dazu kommen tonnenschwere Südliche See-Elefanten. Auf der vorgelagerten Prion Island nistet der Wanderalbatros mit der größten Flügelspannweite aller Vögel.
Kann man Shackletons Route nachfahren?
Auf der langen Route sieht man die Schauplätze in ihrer echten Reihenfolge. 1916 strandete Shackletons Mannschaft nach dem Verlust der Endurance auf Elephant Island am Point Wild, den viele lange Touren passieren. Von dort segelte Shackleton mit fünf Männern 1.300 Kilometer im offenen Rettungsboot nach Südgeorgien und überquerte das unkartierte Inselgebirge bis zur Walfangstation Stromness. Sein Grab liegt in Grytviken.
Welche Pinguinarten sieht man wo?
Auf den Falklandinseln Felsenpinguine mit gelben Federbüscheln sowie Esels- und Magellanpinguine. Auf Südgeorgien die Königspinguine in sechsstelligen Kolonien. An der Antarktischen Halbinsel Esels-, Zügel- und Adéliepinguine, letztere vor allem am Rand des Weddellmeeres bei Brown Bluff, Gourdin Island und Devil Island.
Gehören die Falklandinseln schon zur Antarktis?
Nein, sie sind subantarktisch. Das Archipel aus zwei Hauptinseln und rund 780 kleineren Eilanden liegt gut 400 Seemeilen vor der südamerikanischen Küste: windgepeitschtes grünes Tussock-Grasland, dramatische Klippen, geschützte Sandbuchten. Ein sanfter Einstieg in die Tierwelt des Südens, bevor das Eis beginnt.
Wie groß sind die Schiffe auf dieser Route?
Es sind kleine, eisverstärkte Expeditionsschiffe mit meist unter 200 Passagieren. Sie laufen von Ushuaia aus, gelegentlich von Puerto Madryn.
Sind die langen Seetage nicht langweilig?
Sie gehören zum Erlebnis. Zwischen den Landgebieten gleiten stundenlang Albatrosse mit, das Expeditionsteam hält Vorträge, und man kommt langsam im Süden an.
Wo Sie diese drei Welten mit uns erleben können
Ob kurze Halbinsel-Route oder die große Runde über den Südatlantik – der Unterschied liegt weniger im Preis als in der Zeit, die Sie mitbringen.
- Antarktis – alle Reisen – Von der kurzen Halbinsel-Route bis zur großen Runde über den Südatlantik.
- Falklandinseln & Südgeorgien – Die lange Route mit den größten Tierversammlungen der Erde.
- Südgeorgien – Königspinguin-Kolonien, Walfangstationen und Shackletons Grab.
- Antarktische Halbinsel – Kalbende Gletscher, Pinguinkolonien und die klassischen Anlandeplätze.
Welche Route zu Ihnen passt, hängt von Reisezeit, Schiffsgröße und Ihrem Schwerpunkt ab. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie persönlich.