Neuschwabenland
Der Küstenabschnitt, den eine deutsche Expedition 1939 vermaß und beanspruchte — heute Standort der deutschen Neumayer-Station III.
Die Expedition von 1938/39
Im Dezember 1938 lief die MS Schwabenland unter Alfred Ritscher nach Süden — ein umgebautes Katapultschiff, von dem zwei Flugboote starten konnten. In wenigen Wochen wurde eine Fläche von rund 350.000 Quadratkilometern aus der Luft fotografiert und kartiert. Das Gebiet erhielt den Namen Neuschwabenland, und das Deutsche Reich erhob 1939 Anspruch darauf. Anerkannt wurde er nie.
Was daraus wurde
Der Anspruch überdauerte den Krieg nicht. Heute liegt die Region innerhalb des norwegisch beanspruchten Dronning-Maud-Lands, und seit dem Antarktisvertrag von 1959 sind sämtliche Gebietsansprüche südlich des 60. Breitengrads eingefroren: Sie bestehen auf dem Papier fort, dürfen aber weder ausgeweitet noch geltend gemacht werden. Neue Ansprüche sind ausgeschlossen.
Die Legende von der geheimen Basis
Um Neuschwabenland ranken sich Erzählungen über eine unterirdische Anlage, die dort angelegt worden sein soll. Dafür gibt es keinerlei Beleg — weder in den Expeditionsakten noch in den seither erstellten Luft- und Satellitenaufnahmen, die die Region vollständig abdecken. Die Expedition von 1938/39 dauerte wenige Wochen, ging nie an Land und hinterließ Hoheitszeichen, keine Bauwerke.
Die deutsche Präsenz heute
Auf dem Ekström-Schelfeis, am westlichen Rand der Region, steht die Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts. Sie ist ganzjährig besetzt, überwintert mit einer kleinen Mannschaft und betreibt Atmosphären-, Geophysik- und Luftchemieforschung. Anders als 1939 geht es dabei ausdrücklich nicht um Ansprüche — der Antarktisvertrag verpflichtet auf friedliche Nutzung und Forschungsaustausch.
Was Reisende sehen
Erreicht wird die Küste nur von wenigen Expeditionsreisen im Jahr, und auch dann entscheidet das Eis. Was man sieht, ist die Kante des Schelfeises: eine Wand aus Eis, die über Dutzende Kilometer gleichmäßig verläuft und an der es keinen Strand gibt. Anlandungen finden, wenn überhaupt, auf dem Meereis davor statt.
Aus unseren Bordlogbüchern
Diese Berichte stammen von Reisen, die tatsächlich hier waren — Datum, Ablauf und Beobachtungen aus den Logbüchern der Expeditionsleitung.
Häufige Fragen zu Neuschwabenland
Was ist Neuschwabenland?
Ein Küstenabschnitt der Ostantarktis westlich des Nullmeridians, den die Dritte Deutsche Antarktisexpedition 1938/39 aus der Luft vermaß. Das Deutsche Reich erhob 1939 Anspruch darauf; anerkannt wurde er nie. Heute liegt das Gebiet im norwegisch beanspruchten Dronning-Maud-Land.
Gab es in Neuschwabenland eine geheime deutsche Basis?
Nein. Dafür gibt es keinen Beleg — weder in den Expeditionsakten noch in den flächendeckenden Luft- und Satellitenaufnahmen der Region. Die Expedition dauerte wenige Wochen, ging nie an Land und hinterließ Hoheitszeichen, keine Bauwerke.
Wem gehört Neuschwabenland heute?
Niemandem im Sinne von Eigentum. Norwegen beansprucht das Gebiet als Teil von Dronning-Maud-Land, doch der Antarktisvertrag von 1959 friert alle Ansprüche südlich des 60. Breitengrads ein: Sie dürfen weder ausgeweitet noch durchgesetzt werden, neue sind ausgeschlossen.
Gibt es dort eine deutsche Station?
Ja, die Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts auf dem Ekström-Schelfeis. Sie ist ganzjährig besetzt und betreibt Atmosphären-, Geophysik- und Luftchemieforschung.
Kann man nach Neuschwabenland reisen?
Nur mit wenigen Expeditionsreisen im Jahr, und ob die Küste erreicht wird, entscheidet die Eislage. Zu sehen ist die Schelfeiskante — eine gleichmäßige Eiswand ohne Strand. Anlandungen finden allenfalls auf dem Meereis davor statt.